Sicher war es nicht der einzige Grund, einmal um den See im Central Park in New York zu joggen. Aber gezogen hat auch das, und da ich meinen Jubiläumsflug (25 Jahre Lufthansa, und es gibt sie immer noch!) nehmen "musste", bin ich also mit Thorsten am 19. September 2000 rübergeflogen.
Im "Big Apple" fing es an! Dort haben wir uns knapp eine Woche umgesehen: World Trade Center (von wo New York schön von oben zu sehen ist) und Freiheitsstatue (dort ist auch das Modell zu finden), NYSE und MOMA, Times Square und UN Headquarters (mit einer interessanten Führung; im Bild der Tagungsraum des Weltsicherheitsrats, der große Versammlungssaal war leider durch die Vollversammlung belegt) und und und (New York von unten), und halt auch der Central Park. Das Wetter war nicht immer optimal, aber wir waren es zufrieden; man konnte sich ja einrichten.



Es gab so viel zu entdecken, und für Thorsten war alles, wie ich glaube, recht aufregend. Aber mit seinen 21 Jahren hatte er die Unbekümmertheit der Jugend für sich, und erste Kontakte mit den USA hatten wir ja schon fünf Jahre zuvor in familiam geknüpft, als wir den Westen und Florida bereisten. Aber New York ist nun mal, wenn auch in meinen Augen nicht die schönste, so doch sicher die aufregendste Stadt der Staaten und ein absolutes Highlight. Aber was mich, im Nachhinein, heute noch bewegt ist die Tatsache, dass wir ziemlich genau ein Jahr vor 9/11 auf dem World Trade Center standen ...
Nach dieser Woche haben wir uns ein Auto genommen und sind den Hudson nach Norden und weiter bis zum St. Lorenz Strom gefahren. Wir hatten das Glück, im beginnenden Indian Summer durch die Appalachen zu kommen, und genossen die farbenfrohe Landschaft. Über Saratoga Springs, den Lake George und den Lake Champlain kamen wir nach Lake Placid (Austragungsort der Winterolympiade 1980), wo wir Thorsten kurz zum (Herbst-) Olympiasieger machten.

Weiter ging es nach Norden bis zum St. Lorenz Strom, dann diesem folgend "nach links" zum nächsten großen Ziel: Den Niagara-Fällen, die eigentlich aus zwei "Teilen" bestehen: Den (kleineren) amerikanischen - auf dem Bild links oben direkt hinter Thorsten - und den weit größeren kanadischen (Horseshoe-) Fällen (dort im Hintergrund eher zu ahnen). Unter bzw. hinter den kanadischen Fällen befindet sich übrigens das große Wasserkraftwerk, das man auch besichtigen kann.

Einen ganzen Tag haben wir gebraucht, um das beeindruckende Naturspektakel gebührend zu bewundern, von der US-Seite, von der verbindenden Rainbow Bridge und von der kanadischen. Am nächsten Tag dann fuhren wir weiter zum nördlichsten Punkt unserer Reise und einem bautechnischen Spektakel: Toronto mit dem CN-Tower. Diese Wahrzeichen der größten Stadt Kanadas (und Partnerstadt Frankfurts) hat bzw. hatte damals die höchste Aussichtsplattform der Welt - und der Boden der unteren Plattform ist teilweise verglast - ein seltsames Gefühl, durch den Boden 350 m in die Tiefe sehen zu können! Unerklärlicher Weise versucht man instinktiv, auf den Verstrebungen zu laufen, und nur die Kinder scheren sich überhaupt nicht darum ...

Die Stadt selber, soweit wir sie sahen, ist eine moderne Wirtschaftsmetropole und liegt am Ontariosee. Auffällig waren allerdings die in vielerlei Farben und Formen auftretenden Elche ....

Nach zwei Tagen ging es wieder zurück in die USA, nach Rochester, wo wir das Auto abgaben und nach New Orleans flogen, wo ich vier Tage an einer Konferenz teilnahm (während Thorsten seine Erkältung auskurierte). Die Stadt war seinerzeit noch nicht vom Hurrikan Kathrina gezeichnet, und am Rande und nach der Konferenz gab es hinreichend Gelegenheit, in diese ganz andere Atmosphäre einzutauchen. Dazu gehörte nicht nur das French Quarter und die Straßenbahnfahrt (a streetcar named Desire!) durch den Garden District mit wunderschönen Herrenhäusern, sondern natürlich auch eine Fahrt mit dem Schaufelraddampfer auf dem Ol' Man River, dem Missisippi.

Nach dem Abschied von New Orleans nahmen wir die Südstaaten-Atmosphäre - in ihrer ländlichen Variante - noch ein wenig mit, als wir mit dem Auto über Baton Rouge und an der Golfküste entlang zum Endpunkt unserer Reise fuhren: nach Atlanta. Drei Tage hatten wir noch bis zum Rückflug, Zeit genug anzusehen, was Stadt und Umgebung so zu bieten haben: Der Olympiapark, CNN mit Führung durch die Studios, Georgia State Capitol, Macon (mit schönen Herrenhäusern wie in New Orleans) und so weiter. Und natürlich: Atlanta ist "The city of Coca Cola", und da erwischte es uns dann noch eis- (bären-) kalt!



So ging es denn richtig ur-amerikanisch zu Ende. Und so viele verschiedene Eindrücke wir auch von dieser Reise mitnehmen konnten, es blieb das Gefühl, dass da noch mehr sein muss ... Amerika, wir kommen wieder!